Venus

 

Grunddaten

Entfernung von der Sonne   107,5 bis 108,9 Mio. km
Entfernung von der Erde 38,3 bis 260,9 Mio. km
Größe/Durchmesser 12.103,6 km
Anzahl der Monde 0
Umlaufzeit um die Sonne 224,7 Erdentage
Umdrehung (Rotation) 243 Erdentage
   

Allgemeines

Die Venus wurde nach einer altitalienischen Gartengöttin, die später der griechischen Aphrodite gleichgesetzt wurde, benannt. Sie wurde als Liebesgöttin, als Glücksbringer (Venusfelix) und als Siegverleiherin (Venusvictrix) gefeiert.

In früheren Zeiten hieß Venus auch Phosphorus, aufgrund seiner Helligkeit. Obwohl die Griechischen Astronomen wussten, dass es sich um nur einen Planeten handelt, war er trotzdem als Morgenstern (Eosphorus) und Abendstern (Hesperus) bekannt.

Venus ist von einer dichten Wolkendecke eingehüllt, die ihn besonders hell erscheinen lässt. Seine physikalischen Merkmale (Durchmesser, Masse, Dichte, Schwerkraft) stimmen mit denen der Erde in etwa überein. Seine Rotationsrichtung ist retrograd (auf Venus würde man die Sonne im Westen auf- und im Osten untergehen sehen) und dauert unterschiedlich lang, je nachdem ob man sich auf die Hochatmosphäre (ca. 4 Tage) oder auf die Oberfläche (ca. 243 Tage) bezieht. Diese große Differenz lässt sich mit der Annahme begründen, dass in der Hochatmosphäre der Venus Stürme mit einer Windgeschwindigkeit von 300 bis 400 Kilometern pro Stunde stattfinden.

Die Venus hat weder Satelliten und nur ein schwaches Magnetfeld.

Aufbau

Zu ca. 60 Prozent besteht die Oberfläche der Venus aus leichten Hebungen und Senkungen (plus minus 500 Meter). Stellenweise erstrecken sich aber auch höhere Gebirgszüge auf der Venus.

Das Hochland Ishtar Terra gehört zu diesen höheren Erhebungen. Es liegt auf der Nordhalbkugel und entspricht in etwa der Größe Australiens. Die höchsten Berge sind die Maxwell Montes, die, bezogen auf den mittleren Radius der Venus, bis zu 11.800 Meter hoch sind. Lakshmi Planum ist eine Hochebene vulkanischer Herkunft, die durch parallele Furchen gekennzeichnet ist. Daneben liegen die Akna Montes und nördlich die Freyja Montes, die etwa 5.000 Meter hoch sind. In der Nähe des Venusäquators befindet sich das Hochland Aphrodite Terra, das etwa die Größe von Nordafrika besitzt und auf etwa 8.000 Metern Höhe liegt. Weitere Hochlandbezirke sind Alpha Regio und Beta Regio.

Die größte Ebene auf der Venus ist Atlanta Planitia. Sie liegt etwa 1.400 Meter unter dem mittleren Radius des Planeten. Im zentralen Teil der Ebene liegt das Tal Diana Chasma, welches bis 280 Kilometer breit ist und ca. 4.000 Meter tief zu den benachbarten Bergwänden liegt.

Auf der Venusoberfläche findet man viele Aufschlagkrater. Es sind zwar nicht so viele, wie auf Mars und Mond, jedoch deutlich mehr als auf der Erde. Der Durchmesser dieser Krater liegt zwischen 3 und 275 Kilometern, wobei der Krater Mead der größte ist. Krater mit einem Durchmesser unter 3 Kilometern gibt es auf der Venus nicht, da kleinere Objekte in der Atmosphäre verglühen. Die ältesten der Krater sind bis zu 800 Millionen Jahre alt.

Ca. 90 Prozent der Venusoberfläche ist durch Vulkanismus entstanden. Es bildeten sich Oberflächenformen wie Schilde, Dome und Krater heraus und fast alle Gesteine auf der Venus sind vulkanischen Ursprungs. Die größeren Vulkane auf der Venus erreichen einen Durchmesser von bis zu 350 Kilometern. Ein weiteres Merkmal der Venusoberfläche sind die zahlreichen Lavaströme. Der längste dieser Ströme, Mylitta Fluctus, ist 800 Kilometer lang. Diese Länge weist auf dünnflüssige Laven und ziemlich hohe Produktionsraten hin.

Klima

Die Venus wird von einer geschichteten Atmosphäre umgeben, die zu 96 Prozent aus Kohlendioxid, 3,5 Prozent aus Stickstoff, 0,135 Prozent aus Wasserdampf sowie aus Spuren von Schwefeldioxid, molekularem Sauerstoff, Helium, Argon und Neon zusammengesetzt ist und aus 3 Teilen besteht. Zwischen 30 und 48 Kilometern Höhe befindet sich eine wolkenarme Dunstschicht. Darüber, zwischen 48 und 70 Kilometern Höhe, befindet sich die am stärksten bewölkte Schicht, über der die obere Dunstschicht liegt.

Die Wolken auf der Venus enthalten auch Schwefelsäuretröpfchen, die in einem feinen Regen nach unten fallen und, wegen den hohen Temperaturen auf der Venusoberfläche, verdampfen. Diese hohen Temperaturen (ca. 475 Grad Celsius bei 90 Bar atmosphärischen Druck) sind auf den außergewöhnlich starken Treibhauseffekt zurückzuführen, der den Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht minimiert, d.h. auf der Venus herrschen am Tag und bei Nacht annähernd gleiche Temperaturen.

Auch geht man davon aus, dass auf es auf der Venusoberfläche relativ Windstill ist, während in der oberen Atmosphäre starke Stürme mit Windgeschwindigkeiten von rund 100 Metern pro Sekunde vorherrschen.

Der Strahlengürtel der Venus muss 100.000 bis 1.000.000 mal schwächer als der der Erde sein. Eine Folge des auch wesentlich schwächeren Magnetfeldes der Venus. Dagegen verfügt Venus über eine aus 2 Schichten zusammengesetzte Ionosphäre.

Daten

Physikalische Eigenschaften  
Äquatorradius in km 6.052
Masse in kg 4,86897 — 1.024
Volumen in cm³ 9,5304 — 1.026
Mittlere Dichte in g/cm³ 5,2
Mittlere Oberflächentemperatur in K  
Atmosphärischer Druck in mb 90.000
Oberflächenschwerkraft in cm/sec² 862,99
Abplattung an den Polen 0
Albedo 0,11
Mittlere Entfernung v. d. Sonne in Mio km 108,2
Geringste Entfernung v. d. Sonne in Mio km 107,4
Größte Entfernung v. d. Sonne in Mio km 109
Rotationszeit in Stunden 5.832
Umlaufzeit in Tagen 224,7
Bahnexzentrizität 0,007
Bahngeschwindigkeit in km/sec 35
Neigung der Bahn gegenüber der Ekliptikebene in Graden   3,4
Neigung des Äquators gegen die Bahnebene in Graden 3